Menu
Menü
X

Unsere Pädagogik

Das Kennzeichen unserer an christlichen Grundsätzen orientierten Einrichtung ist die Elementarpädagogik nach den Prinzipien des Situationsansatzes. Ebenso beziehen wir in unsere tägliche pädagogische Arbeit die Vorgaben  des „Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes für Kinder von 0-10 Jahren“ (HBEP) ein.

Die ideengeschichtlichen Wurzeln des Situationsansatzes

Die Ideen lieferten Paolo Freire, Sozialreformer in Lateinamerika und Shaul B. Robinsohn, ehemals Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin.
 
Professor Dr. Jürgen Zimmer griff diese Traditionen und Wurzeln mit der Arbeitsgruppe Vorschulerziehung in der ersten Hälfte der 70er Jahre auf und entwickelte den Situationsansatz als eigenständiges, sozialpädagogisches Konzept für den Kindergarten.

Unser Kindergarten nahm 1975 – 1978 an diesem Erprobungsprogramm teil, das geprägt war von der engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern des Deutschen Jugendinstitutes, Eltern, Kindern und Erzieherinnen. So konnte sich dieser Ansatz in unserem Haus kontinuierlich weiterentwickeln.

In der „Nationalen Qualitätsinitiative im System der Tages-einrichtungen für Kinder“, die 1999 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veranlasst wurde, war „Qualität im Situationsansatz“ ein Teilprojekt. Das in diesem Projekt  beschriebene Leitbild und die 16 konzeptionellen Grundsätze mit dazugehörigen Qualitätsansprüchen und Qualitätskriterien sind Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. (Das Qualitätshandbuch kann gerne zur Ansicht ausgeliehen werden.)

Ziel der Pädagogik nach dem Situationsansatz ist: „Kinder verschiedener sozialer Herkunft und mit unterschiedlicher Lerngeschichte zu befähigen, in Situationen ihres gegenwärtigen und künftigen Lebens möglichst autonom, solidarisch und kompetent zu handeln.“ (DJI aktuell, Anregungen I, Juventa).

In unserer täglichen Arbeit mit den Kindern überprüfen wir immer wieder, ob die 4 Grundziele des Situationsansatzes Ich-Kompetenz, Sozialkompetenz, Sachkompetenz und lernmethodische Kompetenz für die Kinder zu erwerben sind.

Im HBEP werden diese Ziele ebenfalls benannt: „Individuumsbezogene Ziele, Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext, Lernen und lernmethodische Kompetenz.“

Ich-Kompetenz bzw. Individuumsbezogene Ziele meinen, selbstbestimmt und selbstverantwortlich handeln, Unabhängigkeit und Eigeninitiative entwickeln.

Sozialkompetenz bzw. Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext meinen, auf Schwächere Rücksicht nehmen, Verschiedenartige tolerieren, auf Fairness achten, Gefühle anderer respektieren.

Sachkompetenz bzw. Lernen meinen, sich Fähigkeiten und Fertigkeiten anzueignen, um handlungsfähig zu werden.

Lernmethodische Kompetenz meint ein Grundverständnis davon, dass man lernt, was man lernt und wie man lernt.

Religionspädagogik

Als evangelische Einrichtung haben wir die Aufgabe religiöse Erziehung zu einer umfassenden Persönlichkeitsbildung der Kinder hinzuzuziehen. Situationsbezogene religionspädagogische Angebote nehmen die unterschiedlichen Vorerfahrungen auf, die die Kinder im religiösen Bereich mitbringen, erweitern und vertiefen diese.

„Kinder stellen wichtige Fragen. Sie fragen nach sich und ihrer Identität, sie fragen nach Leben und Tod, nach dem Sinn des Ganzen und nach Schutz und Geborgenheit für sich selbst, sie stellen ethische Fragen und möchten etwas wissen über die kulturellen und religiösen Unterschiede, die sie erleben. Kinder brauchen auch in der Kindertagesstätte Erwachsene, die sie in ihrer Suche nach Orientierung und ihren Fragen nach Gott und der Welt begleiten.“(„Wo Glaube wächst und Leben sich entfaltet“, eine Erklärung des Rates der ev. Kirche in Deutschland)

Kinder bringen Religion in den Kindergarten mit. Z.B. wird in manchen Familien gebetet, ein Haustier stirbt, es gibt muslimische Gläubige in der Umgebung. Sie haben Fragen nach Gott und der Welt und möchten dabei von Erwachsenen begleitet werden. Religiöse Orientierung kann  Kindern weder einfach vermittelt werden noch bildet sie sich von selbst.

Wir geben Kindern die Einsicht weiter, dass Jesu Wort und Leben nicht etwas ist, das sich vor 2000 Jahren in einem fernen Land ereignet hat und vergangen ist, sondern auch heute noch Gültigkeit hat.

Dafür wählen wir Geschichten aus, in denen sich die Kinder mit ihren Erfahrungen wieder finden und einen Bezug zu ihrem Leben herstellen können.

  • z.B. die Zachäusgeschichte, wenn Kinder abgelehnt werden
  • der verlorene Sohn bei schwierigen Geschwisterkonstellationen und Eifersucht
  • der Barmherzige Samariter bei Ausgrenzung und Vorurteilen

Diese Geschichten werden erzählt, als Rollenspiele nachgespielt oder mit Hilfe von Püppchen veranschaulicht. Dabei ist es nicht unser Anliegen, die Kinder moralisch zu belehren, sondern sie haben Gelegenheit ihre eigenen Wahrnehmungen und Gedanken zu dem Gehörten zu äußern. Es kommt uns auch nicht darauf an, die Kinder mit möglichst vielen biblischen Geschichten bekannt zu machen, vielmehr sollen sie „Ihren Nerv“ treffen. Auf diese Weise entstehen Anlässe für theologische Gespräche mit Kindern.

Gebete haben im Alltag ebenso ihren Platz, wie geistliche Lieder und das Feiern der Feste im Laufe eines Kirchenjahres.

Eine besonders beliebte Tradition ist die Krippenstunde in der Adventszeit. An unserer großen Krippenlandschaft versammeln wir uns jeden Morgen, um gemeinsam zu singen, zu erzählen und miteinander zu reden. Diese bewusste Auszeit in einer manchmal hektischen Zeit ist bei allen gleichermaßen beliebt. Auch Eltern sind hier herzlich willkommen.

Unsere Kindertageseinrichtung ist mit dem Leben der evangelischen Kirchengemeinde verbunden.

Ca. 3x im Jahr feiern wir einen Gottesdienst mit unserem Gemeindepfarrer. So vermitteln wir Informationen über Kirche und Christentum. Auch beim Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde und bei verschiedenen Gottesdiensten ist unser Kindergarten beteiligt.

Grundsatz 8 (8.2.2.) des Situationsansatzes fordert: „Erzieherinnen machen sich selbst und Kinder mit Traditionen und Religionen bekannt, die überdauernde Wertevorstellungen transportieren und geben Kinder Gelegenheit, Elemente aus diesen Traditionen und Religionen zu erleben und sich damit auseinander zu setzen.“

Auch im HBEP ist „Religiosität und Werteorientierung“ ein Schwerpunkt.

Wir möchten Kindern grundlegende Zielvorstellungen und Orientierungsleitlinien für menschliches Handeln und soziales Zusammenleben vermitteln.

top